Fortsetzung folgt, Kurzgeschichte

One-Night-Stand (Part 3 / Monika)


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Beschwingt kam Monika in ihrer Wohnung an. Sie fühlte sich nach wie vor gut und ausgelassen, obschon sie nicht viel geschlafen hat letzte Nacht. Leichte Röte stieg ihr ins Gesicht, als sie sich in Michaels Bett zurück erinnerte. Sie ging in die Küche und schaltete die Kaffeemaschine ein. Es war halb sieben in der früh. Der knapp halbstündige Spaziergang von Michaels Wohnung zu ihr nach Hause in ihren High Heels hatte ihren Füssen zugesetzt. Sie zog die Schuhe aus und schleuderte sie in die nächstbeste Ecke. Sie nahm eine Tasse aus dem Schrank und füllte sie mit Kaffee, ging damit ins Wohnzimmer und liess sich auf ihrer Couch nieder. Ihre geschunden Füsse legte sie auf den Beistelltisch. Die Wohnung kam ihr leer und einsam vor. Es war ruhig. Keine Geräusche drangen von der Strasse her hoch. Der Tag hatte noch nicht richtig begonnen. Langsam aber sicher legte sich Müdigkeit über Monika. Nachdem sie den Kaffee getrunken hatte, ging sie ins Bad, schminkte sich ab und stieg nackt ins Bett. An ihrem Körper haftete der Geruch von Sex. Michaels Duft. Sie war noch nicht bereit, sich die vergangene Nacht wegzuduschen. Mit einem lächeln im Gesicht driftete sie langsam ab.

Gegen Mittag erwachte sie aus einem traumlosen Schlaf, streckte sich und ging unter die Dusche. Das warme Wasser fühlte sich gut auf ihrer Haut an. Sie hatte noch einige Besorgungen zu erledigen. Als sie nach dem Einkauf nach Hause kam, rief sie ihre Freundin Nicole an. Sie erzählte ihr nichts von Michael. Das würde Nicole nicht verstehen. Sie konnte es ja selber kaum verstehen, wie sie sich dermassen hatte hinreissen lassen können. Noch nie hatte sie sich einem Mann so bedingungslos, ja hemmungslos, hingegeben. Dann erst noch einem Mann, mit dem sie gerade mal dreissig Minuten gesprochen hatte. Als sie das bedeutungslose und unehrliche Gespräch beendet hatte, fühlte sich Monika traurig und alleine wie nie zuvor. Sie war geübt im Alleinsein und hatte im Normalfall keine Probleme damit. Heute war es anders. Immer wieder sah sie sich und Michael vor dem inneren Auge. Er hatte bei ihr etwas ausgelöst, was sie seit Jahren unterdrückt hat: Pure Leidenschaft.

Monika hat schon einige Beziehungen hinter sich gelassen. Alle verliefen nach dem selben Muster: Frau trifft Mann, Frau und Mann verlieben sich, Mann verlässt Frau. Es war nichts anderes als serielle Monogamie. Die Affären dauerten in der Regel nie länger als ein halbes Jahr. Dramen gab es nie. Wo keine Dramen, ist auch keine Leidenschaft.

Lange dachte sie darüber nach, ob sie sich in Schale werfen soll. Vielleicht war ja Michael wieder in der Wunder-Bar anzutreffen. Dieser Gedanke liess sie nicht mehr los. Vielleicht würde er sie ja gerne wieder sehen. Eine Stimme in ihrem Kopf lachte bei diesem Gedanken höhnisch auf. Ja genau! Ein Mann möchte nichts sehnlichster als den letzten One-Night-Stand wieder treffen. Es gibt schliesslich einen Grund für das „One“. Der Gestank ihrer Verzweiflung hätte Michael wahrscheinlich hundert Meter gegen den Wind riechen können.

Sie verbrachte den ganzen Samstagabend vor dem Fernseher.

Fortsetzung folgt…

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