Allgemeines, Fortsetzung folgt

One-Night-Stand (Part 7 / Monika)


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Angespannt und steif geht Monika neben ihrem Vorgesetzten her. In ihrem Rücken spürt sie den Blick von Michael. Krampfhaft versucht sie sich auf das Geplapper ihres Chefs zu konzentrieren. Mit sehr geringem Erfolg. Sie ist aufgebracht und wütend. Sie hat das Gefühl, dass Dampf aus ihren Ohren steigt. Michael! Was für ein fieses und arrogantes Arschloch. Seine schleimige und scheinheilige Begrüssung, die blasierte Art und Weise wie er sie musterte, die anzügliche Bemerkung betreffend Einarbeitungsprogramm. Sie hätte sich am liebsten in ihren Allerwertesten getreten. Das ganze Wochenende hatte sie sich nach ihm gesehnt. Nach seinen Berührungen, nach seinem Duft, nach seinem Atem auf ihrer Haut. Die wunderschöne und befriedigende Nacht hat sich in ihr Gehirn eingebrannt. Und jetzt? Eine kalte Dusche ist pipifax dagegen. Er hat sie despektierlich gemustert. Er sie! Er, der wahrscheinlich jedes Wochenende seine Hand in einem anderen Höschen verschwinden lässt. Was heisst hier Hand? Wahrscheinlich ganz andere Körperteile. Monika versucht mit ihrem Chef Schritt zu halten. Dieser bemerkt nicht, wie aufgewühlt sie ist.
Nach dem Rundgang durch die Büros bringt er Monika zurück zu ihrem Arbeitsplatz. Sie solle sich einrichten und sich dann bei Michael melden, damit sie das Einführungsprogamm durchgehen können. Beim Namen Michael zuck Monika innerlich zusammen. Ja genau. Der Albtraum hat ja noch gar nicht richtig begonnen. „Ist es Ihnen recht, wenn wir uns zum Lunch treffen? Michael wird uns begleiten.“, fragt sie ihr Chef. „Nein! Das ist mir gar nicht recht! Ich gehe nicht mit diesem Arsch essen.“, schreit Monika in Gedanken. „Ja. Selbstverständlich. Sehr gerne.“, kommt ihr über ihre blassen Lippen. Sie kann sich zu einem Lächeln durchringen. „Gut. Dann sehen wir uns pünktlich um zwölf Uhr“. Ihr Chef verschwindet aus ihrem Blickfeld und Monika atmet zweimal tief ein und aus, um ihr rasender Puls zu beruhigen. Wieso bring sie Michael dermassen aus dem Konzept. Bereits nach ihrer Nacht, als ihr Körper und ihr Verstand nach mehr lechzten. Nach mehr Michael. Sie schüttelt ihren Kopf. Dieses Gefühlschaos kann sie nun wirklich nicht gebrauchen.

Nachdem sie sich einigermassen in ihrem Büro eingerichtet hat, geht sie zu ihrem Team und spricht mit den einen und anderen Mitarbeitenden über aktuelle Themen, bevor sie den Gang nach Canossa antritt. Ihre Mitarbeitenden scheinen sehr freundlich, hilfsbereit und motiviert zu sein, was Monika sehr freut. Wenigstens bleibt ihr ein demotivierter Haufen erspart. Als sie sich auf den Weg zu Michaels Büro macht, schlägt ihr Herz in der Brust, als möchte es hinaus hüpfen. Sie macht einen kurzen Abstecher auf die Toilette, um sich zu sammeln. Ihr Anblick im Spiegel gefällt ihr gar nicht. Weit aufgerissene Augen, blasse Lippen, blasse Wangen und ein gehetzter Ausdruck im Gesicht blicken ihr entgegen. Sie stützt sich auf dem Waschbecken ab, atmet tief ein und aus. Kneift sich in die Wangen, beisst sich auf die Lippen. Besser. Ein letzter Kontrollblick in den Spiegel und sie verlässt die Toilette erhobenen Hauptes und  mit gestrafften Schultern. So. Soll sich der Mistkerl denken was er will. Sie lässt sich von ihm nicht klein kriegen. Auch wenn er ihr bei der Begrüssung das Gefühl gab, die grösste Schlampe des ganzen Universums zu sein, weiss sie es besser. Das allein ist entscheidend. Was dieser arrogante Schwachmat von ihr denkt, wird ihr mehr als egal sein. Sie kann darauf pfeifen. Mit diesen Gedanken betritt sie Michaels Büro und sämtliche guten Vorsätze verflüchtigen sich wie Wasserstoffgas. Puff! Weg!

Michael sitzt hinter seinem Schreibtisch, konzentriert liest er ein Dokument. Dieser Anblick lässt Monika den Atem stocken. Er sieht so sexy aus. Seine Anzugjacke hat er ausgezogen und sein weisses Hemd sitzt ihm wie angegossen. Die Ärmel hat er umgekrempelt. Seine Haare sind leicht zerzaust, da er sich wahrscheinlich mit der Hand schon mehrfach durch seine dunklen Haare gefahren ist. Er strahlt eine Selbstsicherheit aus, die schon als arrogant bezeichnet werden kann. Dies alles erfasst Monika wie eine Welle. Sie begehrt ihn. Mit Haut und Haaren. Genau die Haare, in welche sie greifen möchte, während er sie auf seinem Schreibtisch platziert, ihre Beine spreizt und…

In dem Moment schaut Michael von seinem Dokument auf und schaut sie mit intensivem Blick an. Monika spürt, wie ihr Blut in ihren Kopf steigt. Sie spürt die Hitze, die sich in ihrem Gesicht ausbreitet. So in etwa muss sich ein zu stark gefüllter Luftballon fühlen, schiesst ihr durch den Kopf. Michael grinst sie mit einem überlegenen Lächeln an.“Gefällt dir, was du siehst?“, fragt er sie lakonisch. Monika fühlt sich ertappt und in ihre Kindheit zurück versetzt, als sie verbotener Weise Schokolade vor dem Nachtessen naschte. Sie räuspert sich und geht strammen Schrittes auf Michael zu, der seine Arme hinter seinem Kopf verschränkt hat und sich selbstsicher in seinem Stuhl zurück lehnt. Sein Blick nimmt jede Bewegung von Monika auf. Am Schreibtisch angekommen, stützt sie sich auf, blickt Michael tief in die Augen und sagt mit eisiger Stimme: „Lass das, Michael. Wir sind schliesslich erwachsene Menschen, die am letzten Wochenende Spass miteinander hatten. Vergessen wir das ganze und gehen professionell miteinander um, als würden wir uns nicht kennen, was ja grundsätzlich stimmt.“ Michael schnellt mit seinem Stuhl nach vorne und ihre Gesichter sind kaum fünf Zentimeter voneinander entfernt. Sie spürt seinen Atem auf ihrem Gesicht. „Da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich mag keine Dramen. Vergessen wir, was zwischen uns war. Viel war es ja nicht.“ Bämmm!

Hier der passende Song zu diesem Kapitel.

 

Die ganz aufmerksamen Lesenden unter euch haben es wahrscheinlich bemerkt: Die Zeit hat sich verändert. Bis zum vorhergehenden Kapitel habe ich in der Vergangenheit geschrieben. Das fiel mir zusehends schwerer und daher habe ich mich entschieden, nun in der Gegenwart zu schreiben. Ich persönlich empfinde dies auch angenehmer zum Lesen. Was meint ihr? Die Kapitel 1 bis 6 werde ich bei Gelegenheit anpassen und umschreiben. Damit der Roman wie aus einem Guss daher kommt.

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